Der große Cold Brew Test 2021


Neues Jahr, neuer Cold Brew bzw. neues Jahr, neuer Kaffee, neuer Cold Brew. So beginnt mein gleichnamiges Video zum großen Cold Brew Test.



Kurz und knapp – um was geht es in dem Beitrag:

Ich möchte die Geschmacksprofile verschiedener Kaffees herausfinden, welche ich als Cold Brew ansetzen werde. Ich beschreibe Euch, wie ich der Reihe nach vorgehe, um mind. drei Kaffees für mein Kaffee mal anders Fahrrad für dieses Jahr zu finden. Alles, was mir dabei auffällt, teile ich Euch mit. Schaut Euch dazu auch gerne mein Video an. Da zeige ich Euch alle Schritte mit Bild und Ton. Die finale Zusammenfassung gibt es aber nur hier im Beitrag, da ich das hier für Euch übersichtlicher zusammenstellen kann.


Auf geht’s!





Hallo und herzlich Willkommen liebe Kaffeefreunde,


heute geht es mal wieder um Kaffee. Aber nicht einfach um den schwarzen bitteren Kaffee, sondern um aromatische, erfrischende, leckere Cold Brew Kaffees.




Inhaltsverzeichnis

Teil 1 – Was ist Cold Brew und wieso teste ich neue Kaffees?

Teil 2 - Welche Kaffees sind bei meinem Cold Brew Test dabei?

Teil 3 - Was möchte ich testen bzw. worauf kommt es an?

Teil 4 - Das Ansetzen der Cold Brew

Teil 5 – Cold Brew filtern

Teil 6 – Cold Brew bewerten

Teil 7 – Mein Fazit zu meinem Cold Brew Test



Teil 1 – Was ist Cold Brew und wieso teste ich neue Kaffees?


Cold Brew: ist ein grob gemahlener Kaffee und wird mit frischem Wasser für mehrere Stunden, bei mir meistens 10-12 Stunden, im Kühlschrank angesetzt. Anschließend wird er gefiltert und kann pur oder mit anderen Zutaten kombiniert, gern auch mit Eiswürfeln, als erfrischendes Kaffeegetränk genossen werden.

Zum Thema Cold Brew wird es einen separaten Beitrag geben. Wer sich schon einmal über die Geschichte des Cold Brew informieren möchte, kann das gerne hier nachlesen.


Zurück zum Thema

Auch dieses Jahr möchte ich an meinem Kaffee mal anders Fahrrad wieder diverse Cold Brew Kreationen ausschenken. Dafür benötige ich passende Kaffeebohnen, die erst einmal gefunden werden müssen. Aber warum? Wird der ein oder andere von Euch fragen. Ich kann doch die Kaffees/ Cold Brew vom letzten Jahr einfach weiter verwenden.


Ja, das werde ich auch tun, solange ich noch Bohnen vom letzten Jahr habe. Ähm… nein, keine Sorge, die Bohnen wurden nicht schon vor einem Jahr geröstet und altern hier still und heimlich vor sich rum. Die Bohnen sind relativ frisch geröstet und somit sind die Aromen natürlich noch vorhanden. Dennoch neigt sich der Vorrat dem Ende entgegen und mein Röster des Vertrauens hat mir die letzte Charge des vergangenen Jahres vor Kurzem geröstet.


Und jetzt kommen wir auch schon zum „aber“. Ich kann die Bohnen vom letzten Jahr nicht einfach weiter verwenden, da Kaffee ein saisonales Produkt ist. Aufgrund von klimatischen Bedingungen ist jede Ernte anders, d.h. Einflussfaktoren wie zum Beispiel Temperatur und Niederschlag, bestimmen das Produkt Kaffee. Das ist wie bei Weintrauben bzw. einem guten Wein. Nicht jedes Jahr ist perfekt. Von daher habe ich mir neue Kaffees bestellt und werde diese nun der Reihe nach verköstigen. Es sind 14 verschiedene Kaffees. Jaaaaa, genau, Ihr habt richtig gelesen. Ich starte mal mit 14 verschiedenen Kaffeesorten.


Es ist nun 21:56 Uhr. Perfekte Zeit zum Kaffee ansetzen, denn dann kann der Kaffee super die ganze Nacht über ziehen und wir können den Kaffee am Morgen darauf testen und trinken.

Aus meiner Erfahrung heraus ist dies die bessere Vorgehensweise. Cold Brew früh ansetzen und abends testen kommt nicht so gut bzw. dann könnt Ihr Euch schon einmal überlegen, was Ihr die Nacht machen wollt…schlafen ist dann nämlich nicht mehr drin…



Teil 2 – Welche Kaffees sind bei meinem Cold Brew Test dabei?


Für meinen Cold Brew Test habe ich 14 verschiedene Kaffeesorten ausgewählt. U.a. habe ich auch als Referenz die Bohnen des vergangenen Jahres dabei. Zum einen, um den Geschmack der neuen Bohnen gegenüber der Bohnen vom letzten Jahr zu vergleichen. Und zum anderen, um herauszufinden, ob die neuen Bohnen genauso gut für meine Cold Brew Getränke geeignet sind.


*Das sind die Kaffees, die ich letztes Jahr verwendet habe.


Die kaffeespezifischen Angaben habe ich entweder von der Verpackung oder von den Onlineauftritten der Röstereien.

Privatrösterei Tamas Feier, Quijote Kaffee Hamburg, Thomas Kaffee Hannover, Villa Kava Hannover


Klar, meine Bohnenauswahl ist nur auf einzelne wenige Röstereien begrenzt, aber irgendwo muss ich ja anfangen. Die Bohnen von Thomas Kaffee verwende ich gern, da es Bio-Kaffees sind. Die Villa Kava-Kaffees sind als Spezialitätenkaffees auch als Cold Brew sehr gut geeignet. Hinzukommt, dass ich dieses Kaffees in Hannover beziehen kann und somit nicht noch einmal die Umwelt mit langen Transportwegen belasten muss. Und ich mag den Kontakt zu den lokalen Händlern. Da kann ich auch einmal anrufen und hinfahren, falls es etwas zu besprechen gibt.

Die Quijote Bohnen wollte ich sowieso einmal probieren und den Yirgacheffe habe ich dabei, da ich den die Woche zuvor bei einem Besuch in Düsseldorf von der Privatrösterei Tamas Feier erhalten habe.



Teil 3 – Was möchte ich testen bzw. worauf kommt es an?


Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, da es je nach Anwendungsfall, hier auf die Cold Brew Getränkekreation ankommt. Ganz allgemein kann ich aber sagen, dass der Kaffee gut riechen und gut schmecken sollte. Ich habe Euch unten einmal aufgelistet, was ich von den Cold Brews erwarte bzw. was ich suche:


Cold Brew pur:

  • frischer/ erfrischender, aromatischer Geruch

  • heller fruchtiger Geschmack mit einer feinen Säure und Süße

  • komplexer Kaffeegeschmack – kein Tee

  • Cold Brew pur aus dem Jahr 2020


Cold Brew mit Tonic

  • frischer/ erfrischender, aromatischer Geruch

  • fruchtiger Geschmack mit einer stärkeren Säure als beim puren Cold Brew

  • komplexer Kaffeegeschmack – kein Tee

  • Cold Brew Tonic aus dem Jahr 2020.


Cold Brew als Eiskaffee (mit Milch/ Hafer Drink)


Nun wisst Ihr, welche Kaffees ich testen werde und nach was für Geschmacksrichtungen ich vorrangig suche.


Und noch etwas finde ich spannend:

Ich habe Kaffees dabei, die aus einer ähnlichen Region sind, aber verschieden aufbereitet wurden, d.h. zwei äthiopische Kaffees, welche einmal als natural und einmal washed aufbereitet wurden. Ok, zu 100% kann man das nicht vergleichen, da es nicht das selbe Anbaugebiet ist. Trotzdem bin ich gespannt darauf.


Natural: Die Kaffeebohnen werden samt Fruchtfleisch getrocknet und anschließend erst voneinander getrennt. Dadurch können sich die Bohnen noch „Energie“ aus dem Fruchtfleisch ziehen.
Washed: Die Kaffeebohnen werden mit viel Wasser durch einen Entpulper, eine Art „Schäler“ transportiert und dabei wird das Fruchtfleisch der Bohnen abgeschält. Danach wird noch die Mucilage, das klebrige Fruchtfleisch an den Kaffeebohnen mit Wasser entfernt. Erst anschließend werden die Bohnen vollständig getrocknet.

Und:

Die Bohnen aus El Salvador sind von der selben Farm, von der Familie Guillen. Einmal als honey und einmal als natural aufbereitet. Die genauen Unterschiede in der Art der Aufbereitung schaue ich mir ein anderes Mal an.


Honey: Die Kaffeebohnen werden auch mit Wasser durch den Entpulper geleitet. Dabei wird die Schale entfernt. Das klebrige Fruchtfleisch (erinnert an Honig) verbleibt während der Trocknung über mehrere Tage an den Kaffeebohnen dran.


Teil 4 – Vorgehensweise/ Das Ansetzen der Cold Brew


So, wie gehe ich nun der Reihe nach vor? Zuerst werde ich alle Sorten, es sind sowohl Espresso- als auch Filterkaffeeröstungen (also dunklere und hellere Röstungen) dabei, grob mahlen, anschließend schon einmal erschnuppern, mit kaltem Wasser aufgießen und für bis zu 12 Stunden kühl stellen. Danach werde ich sie filtern, erneut erschnuppern, verköstigen und mir Notizen dazu machen. Ich erhoffe mir, daraus schon eine Schlussfolgerung ziehen zu können, welcher Kaffee wohl für welches Getränk geeignet sein könnte. In weiteren Tests verköstige ich dann die Cold Brew mit Milch/ Hafer Drink für den neuen Eiskaffee und mit Tonic, für den neuen Cold Brew Tonic. Die neuen Beiträge dazu kommen in Kürze.


Kurz und knapp

1. Kaffeebohnen abwiegen

2. Kaffeebohnen grob mahlen

3. am Kaffeepulver riechen und mit kaltem Wasser aufgießen

4. Ab in den Kühlschrank

5. Filtern

6. Cold Brew bewerten



Kaffeebohnen abwiegen und vergleichen

Von jedem Kaffee wiege ich 20g Kaffeebohnen ab und gebe noch ein paar weitere Bohnen hinzu.


Kaffeebohnen abwiegen. 20g + ein paar zum Vormahlen

Dabei fällt mir schon auf, wie unterschiedlich doch die Kaffeebohnen sind.

Einfach zu erkennen ist, dass die Espressoröstungen dunkler sind als die Filterkaffeeröstungen (hellere Bohnen). Ganz deutlich sieht man das bei dem Makali im Vergleich zum Yirgacheffe.



Farbvergleich von Kaffeebohnen einer dunklen und einer hellen Röstung
Dunklere Espressoröstung (links) und hellere (Filterkaffee-) Röstung (rechts)

Robustabohnen, wie zum Beispiel bei dem Makali, sind kleiner als die Arabicabohnen der Quijote Kaffees. Von der Größe her stellen die Arabicabohnen aus El Salvador alle anderen Bohnen aber in den Schatten. Die ganz großen Bohnen nennt man auch Elefantenbohnen. Wann/ warum diese Bohnen so groß werden/ sind, möchte ich mir ein anderes Mal genauer anschauen. Hier seht Ihr 2 Arabicasorten im Vergleich.


Hier zeige ich Euch einmal den Größenvergleich zweier Arabicbohnen. Einmal aus Äthiopien und einmal aus El Salvador. Ich habe zwei Haselnüsse zum Vergleich dazu gelegt.
Links aus Äthiopien, rechts aus El Salvador, unten 2 Haselnüsse

Kaffeebohnen mahlen und vergleichen

Die paar zusätzlichen Bohnen werden nun zuerst in der Mühle, in meiner Guatemala Kaffeemühle für große Mengen an Kaffee, gemahlen. Dadurch stelle ich sicher, dass nicht noch Reste vom vorhergehenden Kaffee in der Mühle sind und den Cold Brew verfälschen könnten. Anschließend werden die 20g Kaffee gemahlen. Ich verwende dafür einen relativ groben Mahlgrad, den ich in einem anderen Test letztes Jahr ermittelt habe. Dazu wird es bald einen separaten Beitrag geben.


Kaffeebohnen mit meiner Guatemala Kaffeemühle für Cold brew mahlen
Je 20g Kaffeebohnen mahlen

Die gemahlenen Bohnen, also das Kaffeepulver, fülle ich in ein normales Glas (hier von Ikea).


Für eine geringe Menge Cold brew reicht ein einfaches Glas.
Für eine geringe Menge Cold Brew reicht ein einfaches Glas.

Gemahlene Kaffees vergleichen und mit Wasser auffüllen

Nachdem ich nun alle 14 Kaffees gemahlen habe, rieche ich schon ein erstes Mal am Kaffeepulver und vergleiche die gemahlenen Kaffees untereinander. Dabei fällt auf, dass die Espressoröstungen intensiver, teilweise etwas unangenehm riechen. Aber es sind auch welche dabei, die schokoladig und nach Mandel/ Marzipan riechen. Die helleren Röstungen, hier die Filterkaffees riechen freundlicher…fruchtiger.


Das schwierige daran ist aber, dass ich die Gerüche nicht so genau definieren bzw. in Worte fassen kann. Es ist das eine, einen Geruch wahrzunehmen und parallel dazu den „Geruchssender“, zum Beispiel einen Apfel, vor sich zu sehen. Das andere ist, den Geruch ohne die zugehörige Assoziation zu riechen. Abhängig davon, wie das Gehirn trainiert ist, ist es eben einfacher oder schwieriger. Das Thema kommt auf meine Beitrags-To-Do-Liste.


Frage an Euch: Wie viele verschiedene Aromen nehmt Ihr wahr, wenn Ihr an Euren Kaffeebohnen oder an Eurem Kaffee riecht? Lasst es mich gern wissen.


Weiterhin fällt mir auf, dass, verständlicherweise, noch immer die Espressomischungen farblich dunkler als die helleren Röstungen, und, dass bei den washed Kaffees die Silberhäutchen stark vertreten sind. Die im nachfolgenden Bild gemahlenen Kafffees sind alles washed Kaffees.


Vergleich dreier washed Kaffees nach dem Mahlvorgang
Links Quietsch-Otter, Mitte Gikanda Kangocho, rechts Kibirigwi Kiangai

Anschließend fülle ich die Kaffees mit 200ml kaltem Wasser auf und rühre ein- bis zweimal um, sodass das ganze Kaffeepulver in Kontakt mit Wasser kam.



Ab in den Kühlschrank

Die Gläser decke ich zu und stelle sie nun über Nacht in den Kühlschrank.


Da ich den Test ja auch als Video drehe, hat alles etwas länger gedauert. So kommen die Kaffees nun erst 23:45Uhr in den Kühlschrank. Immerhin, noch vor Mitternacht.


Hinweis: Ich habe letztendlich nicht 14, sondern 15 Cold Brew angesetzt. Nachdem alle Kaffees im Kühlschrank gelandet waren, habe ich mich gefragt, ob es einen Unterschied zwischen einer Extraktion im Kühlschrank bei 7°C und einer Extraktion bei 18-20°C Raumtemperatur gibt. Für die Extraktion bei Raumtemperatur habe ich mir den Makali herausgesucht und diesen noch angesetzt.


Teil 5 – Cold Brew filtern


Der Morgen danach

Einen wunderschönen guten Morgen zusammen. Es ist nun 11 Uhr und die Cold Brew waren 11 Stunden im Kühlschrank bei 7°C. Ich wecke die Kaffees erst einmal auf und nehme sie aus dem Kühlschrank heraus.


Womit ich nicht gerechnet hätte, nachdem ich die Cold Brew aus dem Kühlschrank genommen habe:

Der Kaffeesud bzw. der gemahlene Kaffee der Espressoröstungen schwimmt oben wohingegen der Kaffee aus den Filterkaffeeröstungen sich am Boden des Glases abgesetzt hat. Das ist mir noch nie so genau aufgefallen. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Dichte der Espressobohnen eine andere ist oder, dass die Röstung so weit fortgeschritten ist, dass der Kaffee das Wasser nicht mehr wirklich aufnehmen kann.


Leider habe ich kein bessere Bild vom Kaffeesud. Links seht Ihr die Espressoröstungen und rechts die Filterkaffeeröstungen. Bei den rechten Gläsern kann man aber definitiv erkennen, dass der Kaffeesud unten im Glas liegt. Bei dem zweiten Glas von links sieht man eine hellere Färbung oben im Glas. Das ist der Kaffeesud von der Black Sheep Röstung.


Cold Brew nach 11 Stuunden
Cold Brew nach 11 Stuunden

Jeder Cold Brew wird nun einzeln gefiltert. Dazu verwende ich weißes Filterpapier, welches ich vorher mit Wasser ausspüle. Dadurch bin ich mir sicher, dass der Cold Brew Geschmack nicht durch irgendeinen Filterpapiergeschmack verändert wird. Dies passiert definitiv bei braunem Filterpapier. Bei weißem Filterpapier ist dies eher unwahrscheinlich. Das Thema „richtiges Filterpapier“ steht schon auf meiner Beitrags-To-Do-Liste.


Zwei Dinge sind mir beim Filtern aufgefallen:

Erstens, die Farbe der Espresso Cold Brew ist dunkler als die der gefilterten hellen Röstungen. Das konnte man schon erahnen.


Links dunkle Röstung (Espresso), rechts helle Röstung (Filterkaffee)
Links dunkle Röstung (Espresso), rechts helle Röstung (Filterkaffee)

Zweitens, die Espresso Cold Brew lassen sich schneller filtern als die hellen Filterkaffeeröstungen. Das war mir nicht ganz so klar, da ja alle Kaffees mit dem gleichen Mahlgrad gemahlen wurden. Ob das auch wieder damit zusammen hängt, dass die Espressoröstung das Wasser nicht so sehr bindet? Wer von Euch weiß darüber mehr Bescheid? Ich würde mich über eine Nachricht dazu freuen.


Info an mich: Mahlgrad- bzw. Extraktionstest für Cold Brew bei hellen und dunklen Röstungen.



Teil 6 – Cold Brew bewerten


Ich werde jeden Cold Brew einmal nach dem Geruch und einmal nach dem Geschmack bewerten. Dazu verwende ich meinen eigenen „Cuppinglöffel“. Manchen von Euch wird es eher an einen Eiscremelöffel erinnern. Aber das ist ok.


Cold Brew riechen und schmecken
Cold Brew riechen und schmecken :)

Geruch

Bevor ich an dem Cold Brew rieche, rühre ich diesen mit dem Löffel einmal um. Mir ist im letzten Jahr aufgefallen, dass sich der Geruch durch das Umrühren verändert bzw. erst dadurch die Aromen besser wahrnehmen kann.


Geschmack

Da ich den Cold Brew ja zuerst rieche und somit vorher umgerührt habe, kann ich im Anschluss daran sofort mit dem Löffel etwas Cold Brew schlürfen.


Ihr könnt Euch meine Testergebnisse gerne im Großformat anschauen. Einfach darauf klicken. Was mir dabei aufgefallen ist, erkläre ich Euch weiter unten.


Cold Brew Test Vergleich V2-1
Cold Brew Test Vergleich V2-2
Cold Brew Test Vergleich V2-3

Wie Ihr seht, habe ich die Cold Brew zwei Mal verköstigt. Beim zweiten Durchgang ein paar Tage später habe ich einfach aufgeschrieben, was mir zu den Kaffees beim Geruch und beim Geschmack in den Sinn gekommen ist. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass ich zwar öfters die Beschreibung an beiden Tagen ähnlich gut getroffen habe, aber öfters auch zwischen Aroma und Geschmack genau verdreht. Das bedeutet für mich, dass ich mich definitiv mehr mit der Einordnung der Begrifflichkeiten und meinem Geruchs- und Geschmackssinn beschäftigen muss!


Generell sind die Espressi als Cold Brew vom Geruch etwas gewöhnungsbedürftig und sehr intensiv. Dafür schmecken sie teilweise echt schwer nach Zartbitterschokolade. Die beiden Kaffees von Quijote haben mich als Cold Brew nicht überzeugt.

Der Makali, den ich als Cold Brew bei Raumtemperatur angesetzt hatte, stand die letzten Tage zusammen mit den anderen Cold Brew im Kühlschrank., d.h. beim zweiten Verkosten hatten beide Cold Brew die gleiche Trinktemperatur. Der kalt angesetzte Makali Nr. 3a hatte ein dunkleres/ tieferes Geschmacksprofil als der bei Raumtemperatur angesetzte Makali Cold Brew. Das werde ich weiterhin beobachten und nun immer mal mit zum Vergleich testen.


Die helleren Röstungen riechen deutlich freundlicher und riechen und schmecken teilweise sehr fruchtig und säurebetont. Das bedeutet jetzt nicht sauer, sondern ich kann eine Art Fruchtsäure herausschmecken. Manchmal geht es Richtung helle Obst, wie zum Beispiel Zitrone, oder Richtung dunkles Obst, wie zum Beispiel Kirche oder Beeren. Die andere Hälfte der Kaffees schmeckt eher krautig/ würzig, was ich als Kaffeegeschmack echt spannend finde. Ob das die Mehrheit der Kaffeetrinker mag oder probieren möchte, gilt noch herauszufinden. Das werde ich sicherlich einmal an meinem Kaffeefahrrad zum Probieren anbieten.


Der Cold Brew vom letzten Jahr, der Hangadhi, ist immer noch eine Wucht. Er schmeckt sehr erfrischend, fruchtig, süß und vollmundig. Am ehesten kommt die Nr. 11 Guhi Hadeso ran. Es könnte daran liegen, dass beides äthiopische Kaffees, beide die selbe Varietät Heirlooms, beide aus der gleichen Region und beide als natural aufbereitet sind.

Der Arsi Konjo Buna kommt auch aus der äthiopischen Region Guji, ist auch ein Heirlooms, wurde aber als washed Kaffee aufbereitet. Ich finde, man schmeckt den Unterschied. Die zitrusartigen Geschmacksnoten sind nicht so vorhanden. Blind verkostet könnte ich trotzdem nicht sagen, ob ein Kaffee als natural oder washed aufbereitet wurde. Dazu fehlt mir einfach noch das Wissen, in wieweit die Aufbereitung wirklich den Geschmack beeinflusst.


Kurz und knapp:

  • Die Espressi Nr. 3 Makali, Nr.4 Ernesto IV und Nr. 5 finde ich spannend und bleiben für den weiteren Eiskaffeetest im Rennen.

  • Für den Cold Brew pur und den Cold Brew Tonic kommen für mich derzeit nur die Kaffees 11-14 in Frage.

Auch wenn ich im Video meine drei Kaffees gefunden zu haben glaubte, bin ich mir nach dem zweiten Durchgang nicht mehr so sicher. Ich werde meine weiteren Durchläufe und hoffentlich mein finales Endergebnis hier nachreichen.



Teil 7 – Mein Fazit zu meinem Cold Brew Test


Bevor ich mit den fünf Punkten starte, muss ich einmal loswerden, dass mir das richtig viel Spass bereitet hat. Einerseits finde ich es mega interessant, Kaffees zu testen, aber auch mich mit allem Drum herum zu befassen.



Mein Fazit


Erstens, jeder Kaffee bzw. jeder Cold Brew riecht anders, schmeckt anders und das, obwohl ich die Kaffees mit kaltem Wasser angesetzt habe. Dadurch werden nämlich nicht alle lösbaren Stoffe herausgelöst.


Zweitens, wenn Ihr Cold Brew pur trinken möchtet, empfehle ich Euch eine helle (Filterkaffee-) Röstung.


Drittens, selbst bei den hellen Röstungen gibt es starke Unterschiede im Geschmack. Nicht jeder hell geröstete Kaffee schmeckt als Cold Brew fruchtig. U.a. können diese auch zum Beispiel blumig oder krautig schmecken. Das wiederum ist Geschmackssache.


Viertens, ich konnte die Aromen, die auf der Verpackung als Geschmacksrichtungen angegeben waren, nicht herausschmecken. Entweder liegt das daran, dass sich manche Aromen nur bei heißem Wasser zeigen oder es liegt daran, dass ich es einfach (noch) nicht schmecken konnte. Von daher werde ich den ein oder anderen Kaffee noch einmal mit heißem Wasser verkosten.


Fünftens, mir schmeckt Cold Brew unheimlich gut. Dabei muss ich nur aufpassen, das ich nicht zu viel davon trinke, denn der Koffeingehalt ist nicht zu unterschätzen. Aber den verträgt ja zum Glück jeder anders…und ich merke ihn leider relativ schnell...


Cold Brew ist und bleibt ein spannendes Getränk. Mir persönlich bereitet es unheimlich viel Freude, den Kaffee neu zu entdecken bzw. mich damit beschäftigen zu dürfen.


Ich hoffe, Euch hat mein Beitrag zu meinem Cold Brew Test gefallen und Euer Interesse für Cold Brew geweckt. Probiert es doch gerne einmal selber zu Hause aus. Wenn Ihr dazu Fragen habt, hinterlasst mir gerne dazu ein Kommentar oder schaut an meinem Kaffeefahrrad vorbei und sprecht mich persönlich an. Ich freue mich darauf. Und wer einfach gern einen leckeren Cold Brew trinken mag, ist auch an meinem Fahrrad herzlich willkommen.


Euer

Holger